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Bevölkerungsumfrage: 95 Prozent empfehlen Olten als Wohn- und Lebensort
Zufrieden mit Kultur und Bildung
Beim Kulturangebot allgemein beträgt die Zufriedenheit 81%. Bei den drei städtischen Museen sind es sogar 83%, bei der Stadtbibliothek 60% (36% haben hier mit „weiss nicht“ geantwortet). Was die Häufigkeit der Besuche betrifft, so werden Stadttheater, Museen und Stadtbibliothek in der Regel vierteljährlich bis jährlich einmal besucht; bemerkenswert ist aber die Zahl der Befragten, welche die drei Institutionen noch nie besucht haben: 61% bei der Stadtbibliothek, 28% bei den Museen und 19% beim Stadttheater. Bei den Museen führt das Naturmuseum auf der Beliebtheitsskala (49% sehr zufrieden, 30% eher zufrieden) vor dem Historischen Museum (33% bzw. 38%) und dem Kunstmuseum (24% bzw. 39%). Bei der Frage nach den kulturellen Angeboten, mit denen sie besonders zufrieden sind, nannten 44% die Aufführungen der verschiedenen Theater und 24% die Kabarett-Tage, gefolgt von Konzerten/Musikanlässen (19%), Kinos (17%) und Museen (12%). Mit dem Theaterprogramm im Stadttheater sind 75% zufrieden, mit dem Konzertprogramm 65%. Die mit dem Kulturbereich Unzufriedenen kritisierten vor allem das Angebot für Junge und allgemein die Breite des Angebots.
80% Zufriedenheit verzeichnet das Bildungsangebot in der Stadt Olten; 42 sind sehr zufrieden und 38 eher zufrieden. Die Zufriedenheit basiert vor allem auf dem vielfältigen Schulangebot und den guten Weiterbildungsmöglichkeiten. Strenger fällt das Verdikt bei den Sportanlagen aus: Hier sind 29% sehr und 35% eher zufrieden; 16 sind eher und 3% sehr unzufrieden. Die am stärksten gefragten Sportanlage ist die Oltner Badi, die 59% der Befragten in den vergangenen zwölf Monaten benutzten, gefolgt von den Eissportanlagen (39%) und den Rasensportanlagen (31%). 9% der Unzufriedenen waren der Ansicht, die Sportanlagen seien veraltet, 4% meinten, es gebe zu wenige Sportanlagen, und nur 1% fanden, die Sportanlagen seien heute am falschen Ort.
Gute Noten erhält der öffentliche Verkehr: 59% sind mit dem Angebot in Olten sehr zufrieden und 29% eher zufrieden. Und die Befragten wissen, wovon sie reden: Immerhin benützen 50% den öffentlichen Verkehr täglich oder mehrmals pro Woche und weitere 10% mindestens einmal pro Woche. Ausbaumöglichkeiten sehen 58% in den Randzeiten, während in den Hauptverkehrszeiten 56% mit dem Angebot zufrieden sind. Von den Linien her ertönt der Ruf nach einem Ausbau vor allem auf der Linie Kleinholz-Meierhof. Beim Individualverkehr setzen die Oltnerinnen und Oltner übrigens grosse Hoffnungen auf die im Bau befindliche Umfahrungsstrasse: 45% finden sie sehr und weitere 34% eher gut; auf Ablehnung stösst sie bei 14%.
Nächtliche Sicherheit bemängelt
Was die Sicherheit in Olten angeht, fühlen sich 90% der Befragten tagsüber in Olten sicher, 53% sogar sehr sicher. Anders sieht es nachts aus, wo sich nur noch 41% sicher fühlen, 38% hingegen eher weniger sicher und 13% überhaupt nicht sicher. Bei den Gründen für das Unsicherheitsgefühl werden die diversen Unterführungen und die Umgebung des Bahnhofs sowie weitere unübersichtliche Orte genannt. Gestört fühlen sich viele durch die Anwesenheit von Randständigen. Hingegen fühlen sich 53% nicht und 30% eher nicht von Jugendszenen gestört. Das Zusammenleben von Alt und Jung wird denn auch von 83% als gut bezeichnet, davon 20% als sehr gut. Das Zusammenleben zwischen Schweizern und Ausländern erhält nicht ganz so gute Noten: hier sprechen 60% von gut, davon 11% sehr gut; 33% empfinden es als eher schlecht. Begrüsst werden die vermehrten Integrationsbemühungen; kritisiert wird, dass trotzdem die Anpassung, der gegenseitige Respekt, aber auch der Kontakt zwischen Schweizern und Ausländern fehlen.
Wie sieht der Blick in die Zukunft aus? 65% der Befragten würden sich über ein Wachstum der Stadt Olten um rund 2000 Einwohnerinnen und Einwohner freuen, 67% würden eine Fusion mit fünf Nachbargemeinden, wie sie aktuell untersucht wird, begrüssen und nur 23% würden sie derzeit ablehnen. Die Pluspunkte einer solchen Fusion sehen die Befürworter in Synergien, Kosteneinsparungen, administrativen Vorteilen und in der Möglichkeit gemeinsam Lösungen zu finden, während die Gegner um die Eigenständigkeit der bisherigen Gemeinden und um das tiefe Steuerniveau fürchten.
Sicherheit und Aareraum in Front
Interessante Aussagen sind zudem zu den aktuellen Projekten der Stadt Olten eingegangen: Je 87% sprechen sich für eine Verbesserung der Sicherheit und für die Attraktivierung des Aareraums aus, 81% für die Aufwertung der Innenstadt mit Begegnungszone und Parkhaus, 77% wollen die Sportstätten sanieren, 71% rufen nach einem neuen Hallenbad und 61% möchten das Projekt Sanierung/Neubau Museen verwirklicht sehen. 72% würden dabei die Realisierung dieser Projekte einer weiteren Senkung des Steuerfusses vorziehen.
Zusammengefasst fühlen sich 95% der Oltnerinnen und Oltner wohl und würden Olten als Wohn- und Lebensort empfehlen, 51% sogar sehr. Gründe für die positive Stimmung sind vor allem die zentrale Lage und die guten Verkehrsverbindungen sowie der Naherholungsraum. Begrüsst werden auch die Grösse der Stadt, die guten Angebote und die gute Infrastruktur. Die wenigen, die die Stadt nicht weiterempfehlen würden, erwähnen, Olten sei zu wenig attraktiv, die Möglichkeiten zu klein, sie bemängeln die zu wenig freundliche Gestaltung, die mangelnde Polizeipräsenz und die beschränkten Einkaufsmöglichkeiten.
| Bunter Mix von Befragten Die Interviews der Firma Isopublic wurden mit insgesamt 500 Oltnerinnen und Oltnern geführt, 262 Frauen (52,4%) und 238 Männern (47,6%). 30% der Befragten sind in der Altersgruppe 15 bis 34, 32% zwischen 35 und 54 und 38% zwischen 55 und 74. Was die Haushaltgrössen angeht, leben 21% alleine, 35% in einem Zweipersonenhaushalt und 44% in einem grösseren; 122 leben mit Kindern zusammen, 378 ohne. 27% leben weniger als zehn Jahre in Olten, 23% zwischen 10 und 20 Jahre und 50% mehr als 20 Jahre. 42% arbeiten in Olten selber, 8% in Aarau, je 5% in Basel, Bern und Zürich und 33% sind nicht berufstätig. 42% der Befragten wohnen auf der linken Aareseite, 58% auf der rechten. |
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