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Stele erinnert an Katharina Muff
Die Idee geht auf eine Initiative des 2022 gegründeten Frauenkomitees «Oltnerinnen sichtbar machen» zurück. Dieses schlug vor, die neue Schulanlage Kleinholz nach Katharina Muff zu benennen. Der Stadtrat entschied, an der in Olten üblichen Benennung der Schulhäuser nach ihren Quartieren festzuhalten. Das zentrale Anliegen des Komitees nahm er jedoch auf: Frauen, die Olten geprägt haben, sollen im öffentlichen Raum stärker sichtbar werden. Daraus entstand die Idee eines Pionierinnenwegs rund um die Schulanlage Kleinholz.
Vom Dienstmädchen zur bekannten Rednerin
Katharina Muff wurde 1868 als Katharina Imbach in Altbüron geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Ihre Möglichkeiten, die Schule zu besuchen, waren stark eingeschränkt. Als junge Frau kam sie nach Olten und arbeitete zunächst als Dienstmädchen. Später führte sie mit ihrem ersten Ehemann eine Gärtnerei und wurde als Samenhändlerin auf den Märkten der Region bekannt.
Ab 1911 engagierte sie sich zunehmend öffentlich. Sie war Mitgründerin der Sozialdemokratischen Frauengruppe Olten, baute über viele Jahre ein politisches Netzwerk auf und galt als überzeugende und mitreissende Rednerin. Neben der politischen Mitbestimmung beschäftigten sie insbesondere soziale Fragen, die Bildung von Mädchen und Frauen sowie die wirtschaftliche Situation von Arbeiterinnen. Als Katharina Muff 1951 starb, hatte sie selbst noch immer kein Stimm- und Wahlrecht.
Geschichte am Ort ihres Wirkens
Die Stele steht bewusst im Kleinholz. In diesem Quartier lebte und arbeitete Katharina Muff während eines grossen Teils ihres Lebens. Bilder und kurze Texte auf der Stele informieren über ihre Kindheit, ihren beruflichen Alltag, ihr Leben in Olten und ihr öffentliches Engagement. Ein QR-Code führt zu weiterführenden Informationen.
Auch die Gestaltung nimmt Bezug auf die Person und den Ort. Das Grün der Stele verbindet sie mit der Parklandschaft und erinnert zugleich an Katharina Muffs Tätigkeit in der Gärtnerei und als Samenhändlerin. Gleichzeitig setzt die Farbe einen bewussten Kontrapunkt zum Rot der Schulanlage. Die geschwungene Form der Stele erinnert an die «Saffa-Schnecke», das Wahrzeichen der Schweizerischen Ausstellung für Frauenarbeit von 1958, die von Frauenrechtlerinnen als sichtbares Zeichen für die Leistungen und Anliegen der Frauen gestaltet wurde. Entwickelt wurde die Stele in enger Zusammenarbeit zwischen dem Frauenkomitee, der Stadt Olten, Neff Neumann Architekten und Hinder Schlatter Feuz Grafik. Die historischen Texte verfassten Edith Hiltbrunner und Rita Lanz.
An der Einweihung begrüsste Stadtrat Nils Loeffel die anwesenden Gäste und erläuterte den Hintergrund des Projekts. Daniel Christen von der Direktion Bau berichtete über den Weg von der ersten Idee bis zur fertiggestellten Stele. Anschliessend stellten Edith Hiltbrunner und Rita Lanz Katharina Muff und die historischen Grundlagen der Texte vor.
Mit ihrem Standort bei einer Schule wird die Stele Teil des Alltags. Sie lädt Kinder, Eltern, Lehrpersonen, die Quartierbevölkerung und Interessierte dazu ein, stehen zu bleiben, zu lesen und Fragen zu stellen. Damit erhält nicht nur Katharina Muff einen dauerhaften Platz im öffentlichen Raum. Die Stele rückt zugleich eine Frau ins Zentrum, die lange Zeit nicht die verdiente Aufmerksamkeit erhielt und die Geschichte von Olten mitgeprägt hat.
Am Sonntag, 6. September 2026, bietet die Historikerin Rita Lanz einen Rundgang zu Katharina Muff und weiteren Oltner Pionierinnen an. Treffpunkt ist um 15 Uhr bei der Stele im Park der Schulanlage Kleinholz.

