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«In der Politik gibt es auch viele Gestellte»
Der Wettergott hatte Erbarmen mit der mittäglichen Bundesfeier der Stadt Olten und schob ein paar Wolken vor die Sommersonne. Dadurch sanken die Temperaturen nach dem nächtlichen Regen auf ein erträgliches Niveau – zumal unter den Bäumen neben dem Kulturzentrum Schützi, wo Stadtpräsident Thomas Marbet die Festgemeinde begrüsste.
Nach einem schmissigen Übergang durch die Stadtmusik Olten lud Stadträtin Marion Rauber ihre Amtskollegin auf kantonaler Ebene, Frau Landammann Susanne Schaffner, zum Gespräch unter dem Titel «Der Staat ist gefordert». Susanne Schaffner, zur Feier des Tages in der Solothurner Sonntagstracht erschienen, sah durchaus Parallelen zwischen der Politik und dem Schwingsport, den der letztjährige Interviewgast Sinisha Lüscher betreibt: Vielfach müsse man auch in der Politik etwas «auskäsen» und lande letztlich bei einem «Gestellten». Und nachher gebe man sich die Hand und wische sich symbolisch das Sägemehl ab. Gewiss brauche es gewissermassen als zweite Amtstracht ein dickes Fell und viel Hartnäckigkeit in der Regierung; es gebe aber auch sehr viel Lob für die Tätigkeit. Susanne Schaffner rief in diesem Sinne die Anwesenden auf, nicht das Trennende, sondern das Gemeinsame zu betonen, zum Miteinander Sorge zu tragen und gemeinsame Werte wie etwa die direkte Mitsprache zu sichern. Zur Frage von Marion Rauber, wer es schwieriger habe, Wilhelm Tell, der den Apfel auf dem Kopf seiner Sohnes treffen musste, oder die Regierung mit ihren täglichen anspruchsvollen Entscheidungen, hatte Susanne Schaffner eine dezidierte Meinung: «Ganz klar die Regierung, weil wir mit einem Pfeil immer gleich drei Äpfel treffen sollten.»
Nach dem obligaten Singen der von der Stadtmusik intonierten Nationalhymne durften sich die Besucherinnen und Besucher dann der ebenso obligaten Gratis-Bratwurst widmen.

