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Rechnung 2018: Steuernachzahlungen führen zu höherem Gewinn

Wie der Kanton und viele Gemeinden schliesst auch die Jahresrechnung der Stadt Olten im Jahr 2018 deutlich besser ab als budgetiert: Anstelle des erwarteten Gewinns von 6‘336‘700 Franken resultiert ein solcher von 10‘304‘924.14 Franken. Ursache sind neben der sehr guten Ausgabendisziplin auch in Olten aussergewöhnlich hohe Steuererträge.

Analog zum Kanton konnte die Stadt Olten ebenfalls erfreulich höhere Steuererträge natürlicher Personen aus den Jahren 2016 und 2017 verbuchen: Während in der Steuerplanung von einer jährlichen Steigerung von rund 1% ausgegangen wurde, konnte insbesondere im Steuerjahr 2017 eine aussergewöhnliche Steigerung von über 3% festgestellt werden. Dies führte bei den natürlichen Personen zu erheblichen Mehrerträgen. Zu beachten gilt es jedoch, dass von den veranlagten Steuern 2017 noch mehr als 10 Mio. Franken Steuererträge erst provisorisch sind, was unter Umständen noch zu nachträglichen Reduktionen oder Verbesserungen führen kann. Bei den juristischen Personen konnten aus vergangenen Jahren zusätzlich rund 2.3 Mio. mehr Steuererträge verbucht werden. Im laufenden Jahr konnte das Ziel von 18 Mio. Franken Steuererträgen noch nicht erreicht werden. Aufgrund der Rückmeldungen schätzt die Finanzverwaltung die Erträge auf rund 16.9 Mio. Franken. Die effektiven Steuererträge des Steuerjahres 2018 dürften dann im Jahr 2020 bekannt sein.

 

Kosten im Griff

 

Der Stadtrat und die Stadtverwaltung haben die Kosten im Griff: Dank der sehr guten Ausgabendisziplin beträgt die Gesamtabweichung im Aufwand weniger als 1%. Hohe Mehrkosten mussten lediglich im Bereich der Sozialhilfe verzeichnet werden, begründet durch die Differenz zwischen den Planvorgaben des Kantons und den effektiven Ausgaben. Die Mehrkosten betragen gegenüber dem Budget rund 1.2 Mio. Franken, bewegen sich aber auf dem Niveau der Jahresrechnung 2017.

 

Bei den Personalkosten ist ein Mehraufwand von rund 618‘000 Franken zu verzeichnen. Dieser beruht in erster Linie darauf, dass im Rahmen des Rechnungsabschlusses bewusst eine tiefere Entnahme aus der Arbeitgeberbeitragsreserve verbucht wurde. Dadurch entsteht beim Sozialversicherungsaufwand eine höhere Belastung im Umfang von 562‘000 Franken. Mit dem bewussten Verzicht erhöht der Stadtrat seinen finanziellen Spielraum bei künftigen Anpassungen der Parameter bei der Pensionskasse. Ohne diese Sonderbelastung beträgt der Mehraufwand rund 56‘000 Franken, was mit einer Abweichung gegenüber dem Budget von 0.13% eine Ziellandung darstellt


Der Sachaufwand wurde um rund 4.3% oder 0.68 Mio. Franken unterschritten. Während die effektiven Sachkosten um rund 1 Mio. Franken unter dem Budget liegen, mussten für Wertberichtigungen von Guthaben rund 0.33 Mio. Franken Mehraufwand verbucht werden. Die schlechte Zahlungsmoral widerspiegelt sich auch in den höheren Betreibungskosten sowie den zusätzlichen Verzugszinserträgen. Die geplanten Bruttoinvestitionen von 15.4 Mio. Franken wurden zu knapp 80% ausgeschöpft. Aufgrund der tieferen Nettoinvestitionen mussten weniger Abschreibungen vorgenommen werden.

 

Mit der Einführung von HRM2 wird das Ergebnis der Erfolgsrechnung in einer gestuften Form dargestellt. Die erste Stufe zeigt das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit des Rechnungsjahres. Steuernachzahlungen aus Vorjahren werden, obwohl eigentlich nicht aus dem laufenden Jahr hervorgegangen, ebenfalls unter dem Betriebsergebnis ausgewiesen. Da im Budget 2018 die Auflösung der Steuervorbezugsreserve ebenfalls im betrieblichen Ertrag geplant worden ist, sind diese Steuererträge bei der Analyse des betrieblichen Ertrages mitzuberücksichtigen.

 

In der zweiten Stufe werden der Finanzaufwand sowie der Finanzertrag gegenübergestellt. Im Finanzaufwand sind z.B. Passivzinsen, Wertberichtigungen von Finanzvermögen und der Aufwand für Liegenschaften des Finanzvermögens dargestellt. Im Finanzertrag befinden sich Beteiligungserträge, Aktivzinsen, Liegenschaftserträge aus dem Finanzvermögen sowie Wertberichtigungen von Finanzvermögen (z.B. Kursgewinn Alpiq-Aktien).

 

Das betriebliche Ergebnis und das Ergebnis aus Finanzierung bilden zusammen das operative Ergebnis.

 

Gemeinde Total

R2018

B2018

R2017

     

 

30 Personalaufwand

40’715

40'097

39’094

31 Sach- u. übriger Betriebsaufwand

14’994

15'675

14’383

33 Abschreibungen Verwaltungsvermögen

6’011

6'120

5’597

35 Einlagen in Fonds u. Spezialfinanzierung

1’965

1'615

1’786

36 Transferaufwand

35’155

34'051

32’686

39 Interne Verrechnungen

7’232

7'663

6’974

Total betrieblicher Aufwand

106’072

105'220

100’520

 

 

 

 

40 Fiskalertrag

78’211

75'474

80’790

41 Regalien und Konzessionen

1’988

1'842

1’958

42 Entgelte

15’322

14'715

14’884

43 Verschiedene Erträge

36

12

6

45 Entnahm. Fonds u. Spezialfinanzierung

1’521

859

238

46 Transferertrag

9’950

10'335

9’797

49 Interne Verrechnungen

7’232

7'663

6’974

Total betrieblicher Ertrag

114'370

110'900

114’646

 

 

 

 

Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit

8’189

1’441

14’125

 

 

 

 

34 Finanzaufwand

1'529

1'509

2’639

44 Finanzertrag

4'346

3'037

3'714

Ergebnis aus Finanzierung

2'816

1'528

1’074

 

 

 

 

Operatives Ergebnis

11'005

7'208

15’200

 

 

 

 

38 Ausserordentlicher Aufwand

871

871

34

48 Ausserordentlicher Ertrag

171

0

1’136

Ausserordentliches Ergebnis

-700

-871

1’103

 

 

 

 

Jahresergebnis Erfolgsrechnung

10’305

6’337

16’302

Tabelle: Gestufte Erfolgsrechnung

 

 

Mit 12.19 Mio. Franken wurden die geplanten Bruttoinvestitionen von 15.42 Mio. Franken um 3.22 Mio. Franken unterschritten. Bei den Investitionseinnahmen konnten zusätzlich Strassenerschliessungsbeiträge im Kleinholz von 0.68 Mio. Franken geltend gemacht werden.

 

 

Pro-Kopf-Verschuldung gesunken

 

Nachdem die Stadt Olten in den letzten Jahren aufgrund hoher Investitionen und wegfallenden Steuererträgen in eine gefährliche Verschuldungssituation geriet, in welcher eine Pro-Kopf-Verschuldung von weit über 4‘000 Franken ausgewiesen wurde, konnte nun die Pro-Kopf-Verschuldung innerhalb von 4 Jahren auf 1‘798 Franken stabilisiert werden. Eine Pro-Kopf-Verschuldung in dieser Grössenordnung ist zwar weiterhin nicht erfreulich, jedoch tragbar.

 

Mit dem Selbstfinanzierungsgrad von 179,6% können sämtliche im Jahr angefallenen Investitionen selber bezahlt werden. Mit einem Cash-Flow nach Investitionen von rund 8.5 Mio. hat die Stadt die Möglichkeit erhalten, die Verschuldung weiter zu senken. Im Jahr 2018 konnten verzinsbare Darlehen im Umfang von 15 Mio. Franken durch den betrieblichen Cashflow sowie die Einforderung von Guthaben bei der sbo zurückbezahlt werden.


Der Nettoverschuldungsquotient gibt an, welcher Anteil der direkten Steuern der natürlichen und juristischen Personen bzw. wie viele Jahrestranchen erforderlich wären, um die Nettoschulden abzutragen. Der Steuerertrag wird auf 100% gewichtet gerechnet. Aktuell beträgt der Nettoverschuldungsquotient 46.24%. Die Stadt würde somit für die Tilgung der Nettoschuld bei einem Steuerfuss von 100% etwas weniger als einen halben jährlichen Steuerertrag benötigen.

 

 

 

 

 

 

EINWOHNERGEMEINDE OLTEN

Kennzahlen Jahresrechnung 2018

Aufwand:

(in 1000 Fr.)

108‘472

Ertrag:

(in 1000 Fr.)

118’777

Ertragsüberschuss:

(in 1000 Fr.)

10’305

Abschreibungen/Wertberichtigungen:

(in 1000 Fr.)

7‘422

Nettoinvestitionen:

(in 1000 Fr.)

10‘023

Selbstfinanzierungsgrad:

(in %)

179,6

Finanzierungsüberschuss:

(in 1000 Fr.)

7‘978

Nettoschuld:

(in 1000 Fr.)

33'207

Pro-Kopf-Schuld:

(in Franken)

1‘798

Steuerfuss nat. Pers.:

(in %)

108

Steuerfuss jur. Pers.:

(in %)

108

 


Jahresrechnung 2018
 

Datum der Neuigkeit 9. Mai 2019