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Wie Oltens Aareraum attraktiver wird: Mitwirkungs-Ausstellung bis 12. Juni

Das Vorprojekt zur Attraktivierung des innerstädtischen Aareraums Olten kann begutachtet werden. Im Rahmen der Mitwirkung können sich Oltnerinnen und Oltner zum Projekt ANDAARE äussern. In der Ausstellung im Stadthaus wird ab 19. Mai gezeigt und beschrieben, wie der Aareraum attraktiver gestaltet werden kann.

Das im Stadthaus von Olten gezeigte Vorprojekt basiert auf der Weiterverarbeitung des im Dezember 2007 von der Jury mit dem ersten Preis prämierten Wettbwerbsprojektes. Das Projekt «Doppelpass» ging damals als Siegerin hervor. Es setzt auf drei Pfeiler: Ein Aarebistro beim Wildsauplatz auf einer hochwassersicheren Bastion; eine grosszügige Aarepromenade dort, wo heute der schmale Ländiweg von der Bahnhofterrasse zur Alten Holzbrücke führt; eine elegante, stützenfreie Spannbetonbrücke als attraktive Fussgängerverbindung zwischen Bahnhofterrasse und Amthausquai. «Die Leute wollen ans Wasser. Um dieses Bedürfnis zu befriedigen, soll der innerstädtische Aareraum durch gezielte bauliche Massnahmen gestalterisch und nutzungsmässig aufgewertet werden», sagt Pietro Prina, Leiter Stabstelle Planung.

Zehn Bausteine
Das Gesamt-Vorprojekt wird im Interesse der Übersichtlichkeit und Transparenz in zehn Bausteine gegliedert. Diese zehn Bausteine sind wiederum in Kernobjekte und Optionen aufgegliedert. Letztere lassen sich auch mit Wünschbarem umschreiben (siehe Kasten). Im Weiteren werden, wie Prina erklärt, «die Schnittstellen zwischen den einzelnen Bausteinen hinsichtlich einer zweckmässigen Realisierung überprüft.» Man prüfe die Wirtschaftlichkeit und den Bauvorgang und wolle kostenintensive Provisorien vermeiden. Diese Beurteilung sei unter anderem auch für die Evaluation der Etappierungsmöglichkeiten äusserst wichtig, bemerkt Prina.

Unsichere Böschung beim Ländiweg
Von der bereits kommunizierten Absicht, die Bevölkerung über die Etappierung mitreden lassen zu wollen – was kommt zuerst: Steg, Ländiweg oder Wildsauplatz? – ist man bei der Stadt weitgehend abgekommen. Und zwar nicht wegen fehlenden Vertrauens, sondern aus bautechnischen Gründen. Denn die seit Jahren durchgeführten Messungen beim Ländiweg haben ergeben, dass die Standsicherheit der Uferböschung nicht ausreichend ist. In diesem Bereich ist also dringend Handlungsbedarf angesagt. Auch aus wirtschaftlichen Überlegungen: Denn zöge man ein anderes Projekt dem Ländiweg vor, müsste dort ein teures Provisorium geschaffen werden, um die Sicherheit zu gewährleisten. Durch die aufwändige Schnittstelle zwischen dem Aaresteg und dem Ländiweg sollten diese beiden Bausteine aus Synergiegründen zusammen realisiert werden.

25,6 Millionen für den Aareraum?
Im Vorprojekt wird mit Gesamtkosten von 25,6 Millionen Franken gerechnet. Der Grossteil der Summe, 19,5 Millionen Franken, wird für die Kernobjekte budgetiert (siehe Kasten). Das Wünschbare, die Optionen, schlagen mit 6,04 Millionen Franken zu Buche. Der teuerste Baustein ist der «Ländiweg». Der Ausbau und die Sanierungen kosten gegen 7,5 Millionen Franken. Für den Aaresteg werden 5,5 Millionen Franken veranschlagt. Der Baustein 10, die Anbindung an die Hardegg-Unterführung, wird als Option mit 3,6 Millionen Franken geführt.

Was alles realisiert wird, darüber wird das Parlament, welches im vergangenen September einen Planungskredit von 870 000 Franken bewilligt hatte, im kommenden Dezember beraten. Zuvor aber sollen Eingaben und Anregungen, welche im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens gewonnen werden, nach Möglichkeit in die Projektierung einfliessen. Am Schluss des Prozesses, voraussichtlich im Jahr 2010, dürfen Oltnerinnen und Oltner an der Urne über das Projekt abstimmen. Mit der Realisierung der ersten Etappe kann ab 2011 begonnen werden. Bis zur Fertigstellung aller vier Etappen wird mit einer Bauzeit von rund sechseinhalb Jahren gerechnet.

Mitwirkungsausstellung im Stadthaus
Dienstag, 19. Mai bis Freitag, 12. Juni 2009
Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag, 8 bis 20 Uhr
Samstag/Sonntag, 8 bis 17 Uhr
Informationsveranstaltungen:
Mittwoch, 27. Mai, und Dienstag, 2. Juni, je um 18 Uhr, im Parlamentssaal im Stadthaus Olten

Die zehn Bausteine
Im Interesse der Transparenz (Kosten) und Übersichtlichkeit wird das Gesamt-Vorprojekt in zehn Bausteine gegliedert und diese wiederum in Kernobjekte und Optionen.
Baustein 1 (Kernobjekt) – Bahnhofterrasse
Der heutige Zustand der Bahnhofterrasse ist in einem baulich und gestalterisch «desolaten» Zustand. Die wichtigsten Neuerungen: Eine neu angeordnete Treppenanlage wird gebaut und der Brunnen wird verschoben. Dadurch wird mehr Platz zum Verweilen geschaffen. – Kosten: 960’000 Franken
Baustein 1b (Option) – Erweiterung Martin-Disteli-Unterführung
Im Eingangsbereich der Bahnhofunterführung bei der Bahnhofterrasse wird ein zusätzliches Raumangebot für einen Ganzjahres-Gastrobetrieb geschaffen. Heute befinden sich dort Schaufenster. – Kosten: 1'640'000 Franken
Baustein 2 (Kernobjekt) – Aaresteg
Man erinnert sich: Während der Sanierung der Bahnhofbrücke führte nebenan – von der Bahnhofterrasse aus – ein Holzsteg hinüber zum Amthausquai. Dieser Fussgängersteg hat die Menschen begeistert. Im Projekt ist ein Steg über die Aare als filigranes Spannband mit einer Spannweite von rund 100 Metern – ohne Stützen – vorgesehen. In seiner Form lehnt er sich an die umgestaltete Wegführung des Ländiwegs an. – Kosten: 5'520'000 Franken.
Baustein 3 (Kernobjekt) – Ländiweg
Quasi der erste Baustein im Projekt, weil die Standsicherheit der Uferböschung nicht ausreichend ist (siehe Haupttext). Der neue Ländiweg, der von der Bahnhofterrasse zur Alten Brücke führt, wird breiter. Die als «Stadtmöbel» konzipierte Maueranlage gestaltet den Uferraum und bietet Sitzgelegenheiten. Verschwinden wird der schmale Tunnel, der vom Bahnhof in den Ländiweg führt. Die heutige Kanzelanlage wird abgebaut. – Kosten: 7'470'000 Franken.
Baustein 4 (Kernobjekt) – Amthausquai
Der Amthausquai auf der gegenüberliegenden Seite des Bahnhofs ist eine wertvolle historische Anlage und gehört zusammen mit der Altstadt, dem Kloster und dem Stadttheater zu einem prägnanten Stadtbild. Durch die Neugestaltung der Beläge bis zur rückwärtigen Klostermauer und der Aufhebung der Längsparkierung entlang des Trottoirs zur Aare wird eine Flanierzone geschaffen. Die Quaianlage ist quasi die Antwort auf die «Promenade des Anglais» in Nizza. – Kosten: 1'460'000 Franken
Baustein 5 (Kernobjekt) – Schwanenmätteli
Beim Schwanenmätteli ist die einzige nach wie vor benutzte Ein- und Auswasserungsstelle im innerstädtischen Aareraum. Für ein attraktiveres Ostufer spielt die Umgestaltung der heute abgewinkelten Treppenanlage zur Holzbrücke eine bedeutende Rolle. Sie bildet den Auftakt zum Ländiweg als Stadtpromenade und gleichzeitig zur Altstadt. – Kosten: 660'000 Franken
Baustein 6 (Kernobjekt) – Wildsauplatz
Der Wildsauplatz befindet sich an einem zentralen und schon heute attraktiven Ort an der Aare. Durch die Absenkung des Dammniveaus wird der Aareraum bereits aus der Winkel-Unterführung erleb- und spürbar. Dies bedingt aber den Einsatz von hydraulisch gesteuerten Hochwasserschutzelementen im Bereich der Unterführung. Dank diversen Anpassungen wird für das Bistro ein Ganzjahresbetrieb angestrebt. – Kosten: 2'500'000 Franken
Baustein 7 (Optionen) – Alte Brücke
Die Alte Brücke prägt das Stadtbild von Olten. Sie soll in neuem Licht erstrahlen: Im Rahmen des Lichtkonzepts «stadtlicht olten» ist eine neue Beleuchtung vorgesehen, ebenso eine Beleuchtung der Altstadtfassade. Dadurch wird die Holzbrücke ein optisch wichtiger Bestandteil des attraktiven Aareraums bleiben. – Kosten: 360'000 Franken
Baustein 8 (Optionen) – Salzhüsliweg
Der Salzhüsliweg führt von der Holzbrücke auf der linken Aareseite hinunter zur Badi. In diesem Bereich mündet die Dünnern in die Aare. Dank einer Sitzstufenanlage wird man künftig die Beine ins Wasser baumeln lassen können. – Kosten: 440'000 Franken.
Baustein 9 (Kernobjekt) – Klosterplatz
Die Bedeutung des Klosterplatzes als Eingang zur Altstadt wird durch den geplanten Aaresteg weiter zunehmen. Der Klosterplatz als ehemaliger, aufgefüllter Stadtgraben mit seiner Neigung zur Aare hin wird künftig seine Funktion als Vorzone zum nördlichen Altstadtring erfüllen. – Kosten: 990'000 Franken
Baustein 10 (Optionen) – Anbindung Hardegg-Unterführung
Die Hardegg-Unterführung wird unter dem bestehenden Busbahnhof und der Gösgerstrasse hindurch bis zum Aareufer verlängert. Der Zugang zum Bahnhofplatz führt über einen neuen Lift und eine neu gestaltete Treppe. – Kosten: 3’600'000 Franken.


Blick auf den neuen Lδndiweg
 

Datum der Neuigkeit 18. Mai 2009
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